2009-10-14
Test Your Faith
Even if YOU don't know what faith you are, Belief-O-MaticTM knows. Answer 20 questions about your concept of God, the afterlife, human nature, and more, and Belief-O-Matic™ will tell you what religion (if any) you practice...or ought to consider practicing.
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2009-08-13
Don't work on your relationship with God
A female student wanted to visit with me about some difficulties she was having […]We walked around campus as we talked […] When she reached spiritual matters we had the following exchange: |
2008-11-14
Zur Bedeutung der Historizität des religiös Relevanten
Geschichtlichkeit, Wirklichkeit, wirkliches Geschehen in einem religiös relevanten Sinne hängt nicht von geschichtswissenschaftlichen oder sonstwie wissenschaftlichen Befunden ab. Geschichtlichkeit, Wirklichkeit, wirkliches Geschehen in einem religiös relevanten Sinne ist Bedeutungsraum glaubender Zuwendung; er kommt als solcher in den Lebensgeschichten der Einzelnen und in der Menschengeschichte im allgemeinen umdeutend, umgestaltend, Fakten schaffend zur Welt.
Die biographischen Daten Goethes interessieren mich schlichtweg nicht, wenn Goethes Geist in einem Werk wie diesem über mich kommt:
Nachts, wann gute Geister schweifen,Selbst wenn sich jemand den Johann Wolfgang Goethe "nur" ausgedacht hätte, wäre die Wirkung des Goetheschen Werks auf überaus bedeutsame Weise wirklich.
Schlaf dir von der Stirne streifen,
Mondenlicht und Sternenflimmern
Dich mit ewigem All umschimmern,
Scheinst du dir entkörpert schon,
Wagest dich an Gottes Thron.
2008-08-14
Glaube und Gottesliebe
Ich lasse mich gern spielerisch und entdeckungsfreudig auf christliche und nichtchristliche Variationen bzw. Parallelführungen der jesuanischen Kernaussage ein.
Augustinus (Vorträge zum Johannesbrief an die Parther 5,7):
Dilectio ergo sola discernit inter filios dei et filios diaboli. Signent se omnes signo crucis Christi; respondeant omnes, amen; cantent omnes, alleluia; baptizentur omnes, intrent ecclesias, faciant parietes basilicarum: Non discernuntur filii dei a filiis diaboli, nisi caritate. Qui habent caritatem, nati sunt ex deo: Qui non habent, non sunt nati ex deo. Magnum indicium, magna discretio. Quidquid vis habe; hoc solum non habeas, nihil tibi prodest: Alia si non habeas, hoc habe, et implesti legem.
Die Liebe allein also unterscheidet zwischen den Söhnen Gottes und den Söhnen des Teufels. Mögen sich alle mit dem Zeichen des Kreuzes bezeichnen, mögen alle Amen antworten, mögen alle Halleluja singen, mögen alle sich taufen lassen, in die Kirchen eintreten, Kirchenwände errichten: Der Unterschied zwischen den Kindern Gottes und den Kindern des Teufels liegt einzig und allein im Besitz der Liebe. Die die Liebe haben, sind aus Gott geboren, die sie nicht haben, sind nicht aus Gott geboren. Ein sicheres Indiz, eine sichere Unterscheidung. Magst du haben, was immer du willst; hast du dies allein nicht, nützt es dir nichts. Magst du anderes nicht haben, bemühe dich um dies, und du hast (damit) das Gesetz erfüllt.
Rābi'a al-'Adawiyya (717-801):
O mein Herr,
wenn ich Dich anbete aus Furcht vor der Hölle,
verbrenne mich in der Hölle,
und wenn ich Dich anbete aus Hoffnung auf das Paradies,
schließe mich davon aus.
Aber wenn ich Dich anbete um Deiner Selbst willen,
dann versage mir nicht Deine ewige Schönheit.
Omar Khayyam (Chajjam):
Although the creeds number some seventy-three,
I hold with none but that of loving Thee;
What matter faith, unfaith, obedience, sin?
Thou'rt all we need, the rest is vanity.
Aus den Erzählungen der Chassidim (gesammelt und übersetzt von M. Buber):
Einmal war der Sinn des Baalschem so gesunken, daß ihm schien, er könne keinen Anteil an der kommenden Welt haben.
Da sprach er zu sich: "Wenn ich Gott liebe, was brauche ich da eine kommende Welt?"
2007-07-15
Vernunft und Religion
Die Vernunft halte religiöse Selbstsucht im Zaum! Man kann es auch, weniger säkularistisch, mit Johannes Scotus Eriugena (810-877) sagen: Zwar ist die Offenbarung der menschlichen Vernunft nicht zugänglich; aber Offenbarung wie Vernunft stammen von dem Einen Gott, können folglich einander nicht widersprechen. Stellt also die Vernunft einen Widerspruch zu einer Offenbarung fest, so muss sie dem Anspruch dieser Offenbarung, göttlichen Ursprungs zu sein, widersprechen.
Zwei Haltungen müssen das Denken daran hindern, sich über seine Möglichkeiten und die Vernunft zu erheben: Liebe, und zwar Menschenliebe, (Augustinus) und Demut (Cusanus).
Liebe:
«Quia vero caritas aedificat (1 Cor 8,1), non permittit scientiam inflari.» (Augustinus, Sermo 354,6).
«Weil aber die Liebe aufbaut (1 Korinther 8,1), erlaubt sie es der Wissenschaft nicht, sich aufzublähen.» (Augustinus, Predigt 354,6).
Demut:
«Da der Erkenntnistrieb nicht umsonst in uns ist, geht unser Verlangen offenbar dahin zu wissen, dass wir nichts wissen. Bringen wir dieses Verlangen zur Vollendung, so erlangen wir die Wissenschaft des Nichtwissens (doctam ignorantiam).»
Nicolaus von Cues: Von der Wissenschaft des Nichtwissens (De docta ignorantia), 1. Buch, 1. Kap.
«Der große Dionysius sagt, die Erkenntnis Gottes führe mehr zum Nichts, als zu etwas hin. Das heilige Nichtwissen belehrt uns aber, dass, was der Vernunft nichts zu sein scheint, eben das unbegreiflich Größte ist.»
Derselbe, ebenda, 3. Buch, 17. Kap.
Religion als objektivierter Glaube und Glaube als subjektivierte Religion
Von der Instrumentalisierung transzendierter Glaubensimplantate
Oder:
Von der Gefährlichkeit der Verabsolutierung des Relativen und der Relativierung des Absoluten
Religion muss für vieles herhalten. Sie bedient Weltbilder, Regelungsbedarf, Beschwörungsbedarf, Rechtfertigungsbedarf, Sendungsbewusstsein, individuelle und ethnokulturelle Identität. Gäb's keine Religion, der Mensch würde sie sich erfinden; so sehr verlangt sein subjektiver Geist nach objektiver Verankerung. In der Religion kommt das unruhige, anfechtbare und angefochtene Subjektive zur Ruhe und Gewissheit. Ehrfürchtig und liebevoll schaut es auf zu seiner Objektivierung als dem Absoluten.
Mensch besetzt das Absolute zonenweise. Das Resultat, die Kartographie des Absoluten, findet sich in jedem Schulatlas. Kreuze an Schulraum- und Gerichtssaalwänden, Bärte und Locken, Hüte und Kappen, Verbeugungen und Kniefälle, Verhüllungen und Beschneidungen von Körperteilen, Rufe und Gesänge, Lautsprecher und Glocken, Türme und Schiffe zeigen lokale und personale Residenzen von Varianten des Absoluten an.
Wirst du im emsländischen Papenburg geboren, hast du mit hoher Wahrscheinlichkeit römisch-katholische Eltern, feierst die Erstkommunion, wirst gefirmt, heiratest katholisch und erziehst deine Kinder entsprechend. Kommst du hingegen im 20 km entfernten ostfriesischen Leer zur Welt, hast du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit evangelische Eltern, wirst konfirmiert, heiratest protestantisch und erziehst deine Kinder entsprechend. Es sei denn, deine Eltern haben eine Migrationsbiographie. Dann wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit Muslim sein und mit einem muslimischen Partner ehelich verbunden werden und Kinder in die Welt setzen, die die Religion deiner Väter annehmen und weitervererben werden.
Mithin wird das invariante Absolute in konkreten Varianten gedacht. Welchem Menschen wäre auch etwas anderes möglich? Und das ist auch gut so.
Es ist gut so - es sei denn, die Denker nähmen das Gedachte als Absolutes.
- Dann nämlich kann ein junger Orientale ein gutes Gewissen haben, wenn er, um die Ehre seiner Familie wiederherzustellen, im Auftrag des Familienrats seine europäelnde Schwester tötet.
- Dann kann sich ein unterbelichteter Präsident von Gott beauftragt sehen, den Irak zu bombardieren und zu besetzen.
- Dann kann sich ein Mann mit der heiligen Schrift, an deren göttlichen Ursprung er glaubt, rechtfertigen, wenn er seine Frau schlägt, die ihn mit eigenen Ansichten aus der Fassung gebracht hat.
- Dann können sich nicht wenige Islamgelehrte und muslimische Ärzte auf Gottes Gesetz berufen, wenn sie fordern und in die Tat umsetzen, die sexuelle Erregbarkeit von Mädchen und Frauen durch Verkürzung der Klitoris herabzusetzen.
- Dann entbehrt es nicht eines theologischen Untergrunds, wenn ein frommer Bibelübersetzer das Judentum als verlogen verabscheut und wenn er in Wort und Schrift Rechtfertigungsgründe für antijüdische Pogrome liefert. «Solches sol man thun, unserm Herrn und der Christenheit zu ehren damit Gott sehe, das wir Christen seien.» (Von den jüden und iren lügen, 1543)
- Dann kann man es als eine heilige Handlung ansehen, wenn ein Mann Gottes Hunderte von Priestern einer konkurrierenden Religion zusammentreiben lässt und eigenhändig abschlachtet.
Man kann also in ein bestimmtes religiöses Umfeld hineingeboren werden und, von ihm geprägt, in es hineinwachsen. Gegen diesen Enkulturationsprozess spricht nichts und wirklich gar nichts. Aber: Das Moment der Entscheidung geht diesem verinnerlichten Glaubensimplantat ab. Mit der Aufnahme der religiösen Muttermilch ist eine stille Feiung des jungen Menschen gegen religiöse Fremdeinwirkungen verbunden. Solange die Selbstverständlichkeit seines Selbstverständnisses nicht durch existenziell kritische Diskrepanzerlebnisse in Frage gestellt ist, weiß man nicht recht auf die Infragestellung seines Glaubens zu reagieren und sind daher Versuche, seinen Glauben rational, in der Kommunikation nachvollziehbar zu rechtfertigen, im allgemeinen in Hinsicht auf die Tiefe aufgesetzt, in Hinsicht auf die Logik zirkelschlüssig und in Hinsicht auf die Wirkung vielleicht beeindruckend, nicht aber eigentlich überzeugend.
Damit kann man aber doch leben - - - es sei denn, der Implantatsträger beginnt, um sein Implantat zu fürchten, sei es weil es sich auflösen könnte, sei es weil er selbst es abstoßen könnte. Angst um den Bestand des Selbstverständnisses kann Überreaktionen hervorrufen, die nicht nur die Innenwelt, sondern auch das Verhalten zur Außenwelt in Unordnung bringen.
Damit allerdings kann man nicht gut leben.
Fürwahr, Religion muss für vieles herhalten. Sie bedient Weltbilder, Regelungsbedarf, Beschwörungsbedarf, Rechtfertigungsbedarf, Sendungsbewusstsein, individuelle und ethnokulturelle Identität. Gäb's keine Religion, der Mensch würde sie sich erfinden; so sehr verlangt sein subjektiver Geist nach objektiver Verankerung. In der Religion kommt das unruhige, anfechtbare und angefochtene Subjektive zur Ruhe und Gewissheit. Ehrfürchtig und liebevoll schaut es auf zu seiner Objektivierung als dem Absoluten.
Der (religiöse) Glaube nennt die Idee des Zwecks aller Zwecke und des höchsten Guts "Gott". Wiewohl Objekt des Glaubens, entzieht sich Gott aber der Objektivierung durch das glaubende Subjekt: er ist für den Glaubenden das eigentliche, ihn bestimmende Subjekt, und Glauben ist dasjenige Denken, das in dieser inbegrifflichen Subjektivität aufgehoben ist.
Religion aber ist Bindung durch Lehrsätze, Hierarchie, Bimbam und Klimbim, worin mancher Glaube Halt zu finden sucht.
Siehe auch: Johannas Web-Journal: Absolutheit.
Credo ut..., credo quia...
Nicht "credo ut intellegam" (ich glaube, damit ich verstehe) oder "credo ut cognoscam" (ich glaube, damit ich erkenne), nämlich gar kein "credo ut" (ich glaube, damit).
"Do ut des" (ich gebe, damit du gibst) ist heidnische Glaubenshaltung, nicht aber christliche (und vermutlich auch nicht islamische, wenn ich an Ra-bi'a al-'Adawiyya, 717-801, denke).
Ein "credo quia absurdum est" ist als Credo ein Nichts, denn jeder weiß von anderen und sogar von sich selbst, dass in Köpfen vielfältige absurde Vorstellungen nisten, die, wenn ihre Absurdität schon zureichender Grund wäre, sie in einem Glaubensakt für Wahrheit zu halten, einen Glauben an alles, nur nicht an die Entfaltbarkeit der Vernunft begründeten.
